Alles über den Beruf Tiergestützte Arbeit
Inhaltsverzeichnis Berufsbild Tiergestützte Arbebit
Wann du als Fachkraft für Tiergestützte Arbeit gefragt bist
Tiergestützte Arbeit? Tiergestützte Intervention oder Therapie? Heilpädagogisches Reiten? Lama- und Alpaka-Wanderungen? Schlangen, Achatschnecken und Greifvögel als Co-Therapeuten? Schulbegleithund oder eher Demenzförderung? Besuchsdienste oder Kassenzulassung? Und was ist der Unterschied zwischen Tiergestützter Arbeit und der Arbeit mit Assistenzhunden? Wer kann oder darf was?
All diese Fragen werden dir begegnen, wenn du beginnst, dich mit diesem sehr spannenden und vielschichtigen Berufsbild der Tiergestützten Arbeit zu beschäftigen.
Beruf Tiergestützte Arbeit: Definition / Beschreibung
Lamas, die zur Selbstreflexion einladen. Schulhunde im Klassenzimmer. Tiere im Seniorenheim, im Hospiz, im Strafvollzug oder in der Psychotherapie: Tiergestützte Arbeit ist heute gefragt wie nie und im sozialen Bereich als wertvolles Medium anerkannt. Gleichzeitig gibt es kaum ein Berufsfeld mit so vielen Namen: Tiergestützte Arbeit, -Intervention, -Therapie, -Pädagogik und einige mehr.
Deine berufliche Ausrichtung
Welche Bezeichnung zu dir passt, hängt von deinem beruflichen Hintergrund und deinem Einsatzfeld ab. Das Prinzip ist immer gleich: Du begleitest Menschen in herausfordernden Lebenslagen, gemeinsam mit deinem Tier. Und das lebt bei dir, nicht bei deinen Klienten. Genau darin liegt ein entscheidender Unterschied zur Arbeit mit Assistenztieren.
Auch die Rolle des Tieres kann ganz unterschiedlich sein: Wirkt es allein durch seine Anwesenheit? Geht es von sich aus auf Menschen zu? Oder ist es gezielt trainiert, um aktiv mit deinen Klienten zu arbeiten?
Besuchsdienste und Begegnungsangebote
Besuche mit Tieren bringen Abwechslung in den Alltag von Senioreneinrichtungen, Kitas und Schulen. Dafür musst du nicht Pädagoge, Therapeut oder Psychologe sein. Ähnlich ist es bei Begegnungsangeboten, etwa auf dem Bauernhof: Hier wirken die Tiere durch ihre Präsenz, man beobachtet sie und kommt ihnen nah. Solche Angebote gelten meist als Ergänzung oder Freizeitangebot. Fachkräfte kommen dazu, wenn ein bestimmter Schwerpunkt erarbeitet werden soll.
Regelmäßige Angebote mit klarem Ziel
Fortlaufende Interventionen verfolgen ein konkretes Ziel. In der Schule verbessern sie das Klassenklima oder geben Kindern aus schwierigen Familienverhältnissen Halt. In Suchtberatung, Psychotherapie oder Reha sind sie Teil eines therapeutischen Konzepts.
Kompetenzen: Was kann ich als Fachkraft für Tiergestützte Arbeit?
Du entwirfst Settings, erarbeitest Konzepte für länger andauernde Interventionen und bereitest diese vor. Abhängig von der Art, wie du deine Tiere einsetzt, bedeutet dies auch eine Vielzahl von kreativen und praktischen Tätigkeiten.
Über das Training deines Tiers/deiner Tiere für die einzelnen Aufgaben hinaus brauchst du eventuell „Requisiten“ für die Arbeit mit dem Tier, die je nach Setting individuell entworfen und hergestellt werden. Oder du gehst in die Natur, in Wildparks oder Zoos und arbeitest mit deinen Klienten beobachtend und wahrnehmend an den dort vorhandenen Tieren.
Du erarbeitest Handouts, Anleitungen und ganze Spiele, die du mit den Klienten gemeinsam durchführst.
Du kannst Hygienepläne aufstellen und die rechtlichen und versicherungstechnischen Rahmenbedingungen rund um deine Tätigkeit abdecken.
Du entwickelst Evaluationsbögen, um die Wirkungsgrade deiner Arbeit überprüfen zu können, und arbeitest im direkten Kontakt entweder mit Kindern, Senioren oder Suchtpatienten, oder du bist in der Integrationshilfe, Erwachsenenbildung usw. tätig.
- Die Ausbildung Tiergestützte Arbeit an der ATN bietet dir all diese Kompetenzen aus einer Hand.
Die Schlüsselkompetenzen in der Tiergestützten Pädagogik
Tiergestützt arbeiten heißt: Tiere einsetzen, um Menschen zu unterstützen. Dafür brauchst du ein Herz für beide. Mensch und Tier begegnen sich bei dir auf Augenhöhe, du achtest die Grenzen und Bedürfnisse aller Beteiligten, und das Wohl deiner Tiere hat immer Vorrang. Über das Tier wirst du einen ganz besonderen Zugang zu Menschen finden und kommst ihnen oft näher, als es im Alltag möglich wäre.
Soziale Kompetenzen
Deine Klienten brauchen häufig Unterstützung, und in den Einheiten kommen oft sehr persönliche oder belastende Themen zur Sprache. Du nimmst dein Gegenüber an und grenzt dich trotzdem gut ab. Auch ohne therapeutische Ausbildung bewegst du dich dabei in einem sensiblen Bereich. Deshalb gilt: Was du erfährst, bleibt bei dir oder wird mit den behandelnden Therapeuten bzw. der Ansprechperson der Einrichtung geklärt.
Kreativität
Tiergestützte Arbeit lebt von Ideen. Dir fallen immer wieder neue Spiele, Aufgaben und Einsatzmöglichkeiten rund um deine Tiere ein. Handwerkliches Geschick ist ein echter Vorteil, denn so baust du dein Zubehör einfach selbst.
Du willst mehr zur Ausbildung Tiergestützte Arbeit wissen?
Spezialisierung und besondere Aufgabenfelder
Du hast bereits einen pädagogischen oder therapeutischen Beruf? Dann ergänzt du deine Arbeit um das Tier als neues Medium und setzt es genau dort ein, wo du dich schon auskennst.
Du startest ganz neu in diesem Bereich? Dann sind Besuchsdienste und ehrenamtliche Einsätze ein guter Einstieg. So lernst du die Szene kennen und baust dir Schritt für Schritt dein eigenes Tätigkeitsfeld auf. Welche Tiere du einsetzt, spielt dabei eine wichtige Rolle.
So vielfältig die Bezeichnungen für dieses Tätigkeitsfeld sind, so vielfältig sind auch die Aufgaben und Einsatzmöglichkeiten:
- Besuchs- und Erlebnisbauernhöfe
- Tierparks oder Zoos mit einem begleitenden pädagogischen Angebot
- Besuchsdienste in allen erdenklichen Einrichtungen, wie Hospize, Kindergärten und Schulen, Suchtkliniken, Seniorenwohnheime, Wohngruppen für Beeinträchtigte
- Einsätze im Strafvollzug
- Streetworking
- Prozessbegleitung / Integrationshilfe
- Tagesmütter / Frauenhäuser
- Heilpädagogisches Reiten / Hippotherapie (bei entsprechender Vorqualifikation)
Der Weg zum Ziel: Breit aufgestellt in Theorie und Praxis
Grundsätzlich musst du entscheiden, wie viel Raum du der Arbeit mit dem Tier einräumen, mit welchen Tieren du arbeiten möchtest und ob du diese aktiv oder passiv einsetzen willst. Abhängig von diesen Fragen ergeben sich deine Möglichkeiten.
Zunächst kannst du einen pädagogischen oder therapeutischen Beruf ergreifen, um angestellt im Schuldienst, in der Pflege, Inklusion oder Therapie tätig sein zu können.
Eine besonders reizvolle Möglichkeit ist hierbei die Kombination mit einer Ausbildung zum Erlebnispädagogen oder – falls dein Schwerpunkt beim Hund liegt – zum Assistenzhundetrainer. Durch diese zusätzliche therapeutische Qualifikation erweitert sich dein mögliches Einsatzgebiet in der Tiergestützten Therapie erheblich.
Solltest du selbst eher weniger aktiv in der Arbeit mit den Klienten sein, dafür aber gerne intensiv mit Tieren für dieses Berufsfeld arbeiten wollen, bietet sich eine Ergänzung mit unseren Trainer- und Verhaltenslehrgängen an.
Je nach bevorzugter Tierart kannst du dein Wissen grundlegend im Hundetrainer, Therapiebegleithundetrainer oder Pferdeverhaltenstrainer erweitern.
Diese Lehrgänge befähigen dich, Tiere für die unterschiedlichsten Aufgaben und Einsatzbereiche zu trainieren und zuverlässig auszubilden.
In diesem Falle bist du entweder primär für die Fachkräfte in der Tiergestützten Arbeit tätig und unterstützt diese als Trainer bei der Ausführung ihrer Arbeit, oder du planst einen sehr aktiven und gezielten Einsatz deiner eigenen Tiere und bildest dich aus diesem Grunde im Bereich des Tiertrainings fort.
Vor allem wenn du beabsichtigst, dein Tier therapeutisch wirksam einzusetzen, bieten sich diese Ergänzungen an, um die Möglichkeiten und Grenzen deiner Tiere zu jeder Zeit gut und vorausschauend einschätzen zu können.
Wichtigste Elemente und Merkmale der Tiergestützen Arbeit
Die praktische Arbeit
Das besondere an der Tiergestützten Arbeit ist die enge und intensive Zusammenarbeit mit Mensch und Tier. Hierbei hast du die Möglichkeit, nicht nur auf unterschiedlichste Weise persönlichkeitsbildend, je nach Vorbildung therapeutisch oder stresslindernd zu wirken, auch deiner Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Du kannst mit Kaninchen ebenso arbeiten wie mit Pferden, Ziegen, Lamas, Hunden oder Nutz- und Wildtieren. Du kannst Menschen aller Altersstufen und in allen Lebenslagen begleiten und unterstützen und ihnen helfen, sich in ihrer Lebenssituation besser zurechtzufinden, sich selbst zu hinterfragen und neue Wege einzuschlagen.
Tiere aktiv einbinden
Je nachdem, ob du die Tiere auch aktiv in deinen Settings einsetzen möchtest, wirst du auch eingehend mit deinen Tieren arbeiten und dich im Bereich des Tiertrainings intensiv aus- und weiterbilden und es werden sich dir so immer neue Wege eröffnen, mit dem Tier zu arbeiten. Somit lassen sich kaum „wichtigste“ Elemente benennen. Denn dieses Berufsbild ist so vielseitig und vielschichtig wie die Menschen, die diesen Beruf ergreifen.
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Voraussetzungen und Qualifikationen
Deine späteren Einsatzmöglichkeiten hängen direkt mit deinem bisherigen Tätigkeitsfeld zusammen: Bist du bereits Pädagoge, Therapeut, Sozialarbeiter oder in einem anderen Bereich tätig, wo man Tiere förderlich einsetzen kann? Super, dann knüpfst du an diese Voraussetzungen an.
Bist du Quereinsteiger und startest gerade erst neu durch in diesem Bereich? Auch das ist möglich. Du qualifizierst Dich durch deine Weiterbildung bei uns und kannst mit deinem Zertifikat dein Wissen nachweisen. Die einzelnen Einsatzstellen geben Dir zusätzlich Hinweise auf erwartete Vorqualifikationen.
Berufsalltag und Tätigkeiten in der Tiergestützten Arbeit
Bevor es mit den Tieren losgeht, schreibst du ein Kurzkonzept, entweder für deinen Klienten oder für die Einrichtung, mit der du zusammenarbeitest. Darin stellst du dich vor und beschreibst geplante Einheiten, Ziele, Rahmenbedingungen und Kosten.
Tiere im Einsatz
Arbeitest du mit Tieren, die dir nicht gehören, kümmerst du dich unter Umständen auch um ihre Auswahl, Unterbringung und Ausbildung. Und auch Tiere, die nur durch ihre Anwesenheit wirken, müssen sich erst an neue Orte, Menschen und Situationen gewöhnen. Mit deinem Fachwissen sorgst du dafür, dass das für alle Beteiligten gut gelingt.
Stationäre Einrichtungen
Mit eigener Einrichtung kümmerst du dich um Begegnungsflächen, Sicherheit, Versicherungen, Hygienekonzepte, Genehmigungen und Tierschutz. Arbeitest du mobil, stimmst du dich mit den Einrichtungen ab: über Räume, Hygiene, Allergieprävention, Versicherungsfragen und mehr. Unser Tipp: Leg dir eine Mappe an, in der alle wichtigen Informationen griffbereit sind.
Bewertungen zur Tiergestützte Arbeit Ausbildung
Dies ist nur ein Auszug unserer über 400 Bewertungen bei Fernstudiumcheck.de.
Das Arbeitsumfeld pädagogische Arbeit mit Tieren
Angestellt oder selbstständig?
Abhängig von deiner ursprünglichen Ausbildung befindest du dich entweder in einem Angestelltenverhältnis oder du bist Freiberufler. Unter Umständen hast du aber auch eine Mischform gewählt und bietest die Tiergestützte Arbeit freiberuflich neben deiner angestellten Tätigkeit an.
Mobil oder stationär?
Du bist entweder mit deinem Tier mobil unterwegs und nimmst dieses mit auf deine Arbeitsstelle oder zu deinen jeweiligen Klienten (das wird vorwiegend bei Hunden der Fall sein), hast dir eine eigene kleine Station aufgebaut oder hast dich auf einem Bauernhof bzw. Reitbetrieb oder Ähnlichem eingemietet.
Auch hier sind den Möglichkeiten und der Ideenvielfalt kaum Grenzen gesetzt.
Haben wir dein Interesse geweckt?
"Was ist Was" in der Tiergestützten Arbeit?
Begrifflichkeiten
Tiere können Begegnungen erleichtern, Entwicklung anregen und neue Perspektiven eröffnen. Je nach Ziel und beruflichem Hintergrund der Fachkraft unterscheidet sich, wie sie eingesetzt werden. Die Begriffe werden in der Fachwelt nicht überall ganz einheitlich verwendet. Entscheidend sind deshalb die Qualifikation der Fachkraft, das Ziel des Angebots und das Wohl des beteiligten Tieres.
Was ist Tiergestützte Pädagogik?
Pädagogische Fachkräfte beziehen ein Tier gezielt in Lern- und Entwicklungsprozesse ein. Im Mittelpunkt stehen beispielsweise soziale Kompetenzen, Selbstvertrauen oder die Vermittlung von Wissen.
Was ist Tiergestützte Therapie?
Therapeutisch qualifizierte Fachkräfte nutzen das Tier als Teil eines geplanten Behandlungsprozesses. Die Therapie verfolgt individuell festgelegte Ziele und wird fachlich begleitet.
Was ist Tiergestütztes Coaching?
Coaches setzen Tiere ein, um persönliche oder berufliche Entwicklungsprozesse anzuregen. Die Klientinnen und Klienten arbeiten an eigenen Fragestellungen und Lösungen; Coaching ersetzt keine Therapie.
Was ist Tiergestützte Förderung?
Förderangebote unterstützen gezielt bestimmte Fähigkeiten, etwa Kommunikation, Wahrnehmung, Bewegung oder soziale Beteiligung. Sie sind auf die Bedürfnisse der jeweiligen Person oder Gruppe abgestimmt.
Was sind Tiergestützte Aktivitäten?
Hier stehen positive Begegnungen mit Tieren, Abwechslung und Wohlbefinden im Vordergrund. Die Angebote können zum Beispiel Besuche oder gemeinsame Aktivitäten umfassen und verfolgen in der Regel keine individuellen Therapieziele.